Wer sind diese kölner Buddhisten?

Die Soka Gakkai International (SGI) ist eine buddhistische Glaubensgemeinschaft mit ca. 12 Millionen Mitgliedern in 190 Ländern. Als Mitglieder werden jene bezeichnet die den Gohonzon empfangen haben.
Da es keine Mitgliederkontrolle darüber gibt, wer regelmäßig chantet, oder an Versammlungen teilnimmt, kann auch keine genaue Aussage darüber getroffen werden, wie viele Mitglieder wirklich aktiv sind. Hier verhält es sich ähnlich wie bei den christlichen Kirchen in Deutschland: Gezählt werden die getauften Personen, bzw. jene, die ihre Kirchensteuer bezahlen, nicht wer tatsächlich am Gemeindeleben teilnimmt.
Zwar registriert man die Rückgabe von Gohonzons, was einen formalen Austritt bedeutet, doch wird niemand gezwungen den Gohonzon zurück zugeben, wenn er „inaktiv“ wird.

So geistert eine Zahl von ca. 5.000 Mitgliedern in Deutschland durch viele Publikationen.
Zum Vergleich: Im katholischen Italien sollen es 35.000 sein.
Hier bei uns in Köln peilt man ca. 500 Personen mit Gohonzon an. Da sich seit meinem Beitritt im Jahre 2006 bis heute (Januar 2011) offiziell nichts daran geändert hat, obwohl ich inzwischen auf einigen Gohonzon-Empfängen war, nehme ich mal an, man nimmt es mit dem Zählen einfach nicht so genau.

Die Region Köln teilt sich in drei, sogenannte Hauptstellen auf.

Diese Aufteilung fand im Rahmen der „Regionalisierung“ statt. Das Problem war, daß die Mitgliederzahl soweit angestiegen war, das es schwierig wurde für große Treffen Veranstaltungsorte zu finden, in denen alle Platz fanden und die dennoch bezahlbar waren. M
itglieder in den „Randbezirken“ blieben den zentralen Treffen oft fern, weil sie umständliche und weite Anfahrten hatten.

Im Kleinen war außerdem ein Flickenteppich von Gruppen entstanden, in denen die Mitglieder im Stadtbereich von Köln ein ähnliches Problem hatten: Sie wohnten am einen Ende der Stadt, hatten ihre Gruppe aber am anderen. Wer Köln kennt, weiß wie ätzend das ist.

Die Regionalisierung teilte Köln in die besagten drei Hauptstellen, die sich nun vom Zentrum der Stadt (kartografisch also vom Dom aus!?) nach außen dehnten.
Der kölner Süden schloß sich darum mit Bonn zusammen. Die Gruppen in der Innenstadt organisierten sich ebenfalls neu und man wurde ermutigt, sich nun den Gruppen anzuschließen, die einem räumlich am nächsten waren.

Leider muß an dieser Stelle eingeräumt werden, daß hier einige Mitglieder über das Ziel hinaus schossen und die Ermutigung als Anweisung auslegten. Einzelne Mitglieder fühlten sich aus ihrer Gruppe gemobbt und wendeten sich damit von der ganzen Gemeinschaft ab. Das ist bedauerlich und wirklich dumm gelaufen, denn es war sicher nicht im Sinne des Erfinders!

Ganz im Gegenteil: Man wollte zusammenrücken und die Last der Verantwortungen auf mehr Schultern verteilen.

Im Laufe dieser turbulenten Zeit mußten sich also auch die Gruppen im kölner Süden neu ausrichten. Zusammen mit den Buddhisten in Brühl, Hürth, Erftstadt, Wesseling und Bonn wurde die Hauptstelle RheinSieg! gegründet. Um der kämpferischen Rhetorik zu begegnen wird sie auch scherzhaft „RheinGewinn“ genannt…

Alles in allem sind geschätzte 185 aktive Mitglieder in der HS-RheinSieg organisiert. Diese Hauptstelle untergliedert sich in verschiedene „Bereiche“.

Unser Bereich „Köln-Süd“ schließt den kölner Süden ein und dehnt sich bis Erftstadt. Die Grenze zu Bonn liegt zwischen Rodenkirchen und Wesseling.
Als nächst kleinere Organisationseinheit kommen die Bezirke, die ebenfalls eigene Namen tragen.
Die Mitglieder von Kölns Süden einten sich fortan unter dem Namen „Südsterne“. Und hier nähern wir uns endlich der Antwort auf die Eingangsfrage, wer wir sind!
Der „Bezirk Südsterne“ schließt die Altstadt-Süd, die Neustadt-Süd, die Südstadt selbst, Bayenthal und Zollstock ein. Allerdings sind die Grenzen nicht mit dem Lineal gezogen. Es gibt derzeit drei Gruppen in diesem Bezirk, in denen sich die knapp 40 aktiven Mitglieder zusammen finden.

Und eine dieser Gruppen nennt sich „Primavera“. Wir!
Wir sind (Stand 01/2011) 20 Mitglieder. Die meisten sind aus dem Süden Kölns, doch wir haben auch Mitglieder, die in Mühlheim, Nippes oder Deutz wohnen und noch weiter darüber hinaus! Man sieht, das wir trotz der Regionalisierung keine Grenzen kennen. Viele unserer Gäste kommen sogar aus Gummersbach und Umgebung und nehmen somit bis zu 60 km Fahrt auf sich!
Neben unserer individuellen Praxis bis zu 2x am Tag Gongyo zu machen, richten wir einmal im Monat Gästeversammlungen aus, zu denen jeder eingeladen ist, der sich für unseren Buddhismus interessiert.

>>> Die Termine stehen im Kalender. Du willst dazu kommen? Schick’ uns eine email! <<<

Weitere Aktivitäten sind reine Gruppentreffen, außerdem Studienversammlungen, auf denen die buddhistischen Schriften studiert werden, sowie Versammlungen auf Bezirks- und Bereichsebene.
Einzelne Mitglieder bieten außerdem noch Tozos an – Möglichkeiten gemeinsam Gongyo zu machen. Neben den normalen Gruppen, gibt es noch weitere Angebote für die Mitglieder, die sich aber meist um die Ausrichtung von Festen drehen. Das sind die „Gruppe21“ und die „Regenbogenmänner“: Tatkräftige Frauen und Männer, die im Hintergrund als gute Geister wirken – Stühle rücken, Mikros aufbauen, und und und.

Hier zeigt sich auch, daß in der SGI-D Männer und Frauen zwar gemeinsam wirken, aber nach Geschlechtern getrennt „betreut“ werden. Dies klingt zunächst mal altmodisch, doch macht es doppelt Sinn:

Manche Anliegen von Frauen können Männer einfach nicht verstehen. Und umgekehrt. Und man vermeidet von vorneherein komische Situationen, in denen männliche Verantwortliche auffällig oft weibliche Mitglieder besuchen. Ein Schelm wer Böses denkt.
Die Trennung nach Alter ist auch gegeben. Oder besser: Nach Lebensphase, denn es gibt keine klaren Altersgrenzen.

Männer- und Frauenabteilungen sind so noch mal in „Junge Männer-Abteilung“ und „Junge Frauen-Abteilung“ untergliedert. Hier zeigt sich, daß die Alten wahrscheinlich eher über Probleme sprechen, die man mit eigenen Kindern hat, oder der Midlifecrises, während die Jungen eher über den Streß an der Uni oder Zukunftsaussichten reden.

In ihren Gruppen, wie in Primavera kommen aber alle zusammen, gemäß dem Prinzip Itai Doshin: „Verschiedene Körper, ein Geist“!

Du bist herzlich eingeladen uns zu besuchen und herauszufinden, was damit gemeint ist.