Du bist Buddha

Buddhismus im Raum Köln

Thema: 10 Welten

Vorgestellt wurden die 10 Welten von Gabi und Silke, anhand einer beispielhaften Geschichte von Richard Causton. In dieser stellte er dar, wie sie sich auch in den banalsten Alltagssituationen zeigen und wie schnell sie sich ablösen. Bzw. wie schnell sie sich verändern, denn jede von ihnen beinhaltet auch immer alle anderen.

Als nächstes wurden sie im einzelnen vorgestellt. Dies aber nur kurz, denn jede von ihnen wäre ein abendfüllendes Thema. Bei der Auflistung trat dann zunächst in den Fokus, warum es 4 böse, oder 6 niedere und 4 höhere Welten gibt. Das Gespräch drehte sich auch – wie so oft – um die reine Begrifflichkeit „böse“ oder „negativ“. Sowie die Frage, ob das eigene Handeln böse sei, wenn man sich gerade in einer solchen Welt befände?

Michael half aus, indem er erklärte, man könne durchaus einfach nur in den 6 niederen Welten leben, ohne bösartig zu sein. Dort zu verweilen bedeute vielmehr, man habe schlichtweg keine echten Ziele, sondern dümple vor sich hin.

(Die Welt der Ruhe/Menschlichkeit und des Entzückens gehören zu diesen 6 Bereichen. Und viele Menschen meinen, es reiche völlig aus, bis hier her vorzustoßen, lange Urlaube zu machen, einen guten Job zu haben, ein dickes Auto zu fahren und von Zeit zu Zeit eine amüsante Beziehung zu führen, sprich, auch mal verliebt sein zu dürfen).

Erst wenn man darüber hinaus strebt, dann bedeutet dies Entwicklung und Erkenntnis für sich und andere. Erst dann verläßt man die niederen Welten.

Boris betonte, man dürfe diese „Reise“ aber nicht in alt-buddhistischer Weise sehen, wonach es notwendig sei, viele Leben zu durchlaufen. Vielmehr könne dies von jetzt auf gleich geschehen und stehe allen Menschen zur Verfügung, nicht nur solchen in Klöstern oder Priestern allein. Gabi fügte an, ein Leben in klösterlicher Umgebung würde sogar bedeuten einigen Welten zu entfliehen, bzw. würde ein Versuch sein, dem Leben als solches zu entkommen.

Wie bereits festgestellt, beinhalteten die Welten sich gegenseitig. Man kann ihnen also nie entkommen. Was also machen mit ihnen? Der Volksmund sagt: „Sehe im Schlechten auch das Gute.“ Und genau so ist es. Gerade die niederen Welten enthalten immer auch das Potential Glück hervor zurufen. So entspringt dem Ärger beispielsweise der Impuls nach Gerechtigkeit.

Monika wandte ein, das Schlechte fliege einem immer so zu . Um das Gute müsse man sich aber immer bemühen.

Meine persönliche Meinung: Das kann so nicht stimmen. Wenn alle 10 Welten unterschiedslos Bestandteil des Lebens sind, und nicht ohne einander bestehen können können, weil sie sich gegenseitig bedingen/beinhalten, dann kann die eine nicht leichter zu „erreichen sein“, als andere. Dann alle sind permanent da. Auch wenn wir uns häufiger in der Hölle wähnen, als in der Buddhaschaft. Die Bemühung besteht also nicht darin die Buddhaschaft zu aktivieren, sondern die Illusionen zu zerstreuen und die Leiden zu überwinden, die uns den Blick darauf verbauen. Wir laden lieber das Leid ein und halten Verdruß, Dummheit und Gier für die naturgegebenen Eckpfeiler des Lebens überhaupt. Hinter dieser Negativ-Brille glauben wir, Glück, Erkenntnis und Freude wären Zufallsprodukte oder etwas, daß wir uns verdienen müssen, denn sie sind ja soooo selten. Dabei stecken wir unbewußt riesige Energiemengen in die Aufrechterhaltung und Wahrnehmung unserer niederen Zustände. Oder vielmehr wir geben uns ihnen mit der größten Selbstverständlichkeit hin. Was uns davon abhält in den Buddhazustand einzutreten, leichter als ein Fingerschnippen, ist, daß wir uns dazu unserem Karma (unseren höchstpersönlichen Baustellen) stellen müssen. Und DAS tut weh.

Es kam auch noch mal die Frage auf, welche Rolle der Gohonzon dabei spielt. Dabei gab es noch mal eine kleine Diskussion, denn er ist nur ein Spiegel unserer Selbst und das Mittel, aber nicht der Gegenstand, der uns die Buddhaschaft verleiht.

Die ist einfach schon da.

Damit endete der Abend auch, der von Antonia mit einen spontanen Gedicht geschlossen wurde.

 

Das Thema unserer Gästeversammlung im Juli lautete schlicht „Glück“. Was ist das? Wie erlangt man es? Wie kann man es erhalten, wenn es endlich da ist?

Im Laufe der Diskussion kamen interessante Fragestellungen auf, die dann auch lebhaft besprochen wurden:

Sind Egoisten zutiefst glückliche Menschen? Starten wir alle mit einer Grundversorgung an Glück, die wir als Kind durch Eltern und Umfeld bekommen? Ist echtes Glück von äußeren Umständen abhängig? Und: Kommen eifrig praktizierende Buddhisten mit Unglück besser klar, als Nicht-Buddhisten?

Immer wieder wurde klar, wie sehr die Ursache des Glücks in uns selber liegt. Und wie eng es mit vielen buddhistischen Prinzipien (Gebote kennen wir ja nicht) zusammen hängt (so z.B. „Ich und Umgebung“), oder gar gleich das Karma selbst.

Es schien aber, daß wenn man einmal die Natur dauerhaften, inneren Glücks erkannt hat, dies zu einer umfassenden Veränderung der Persönlichkeit führt. Hier spricht Ikeda von der „menschlichen Revolution“.

Universales Glück, da waren sich alle einig, ist kein buddhistisches Alleinstellungsmerkmal, sondern das, wonach alle Religionen streben. Jede auf ihre Weise.

Dieser Frage ist Gabriella nachgegangen und hat dazu einen wunderbaren Text verfasst (Der übrigens auch Gegendstand der letzten Gästeversammlung war)

Link : Warum einen Gohonzon und nicht eine Buddhastatue?

Die PDF Version folgt in Kürze.

Dirk

Die Mini-Meetings im Mai haben uns in Kontakt mit vielen neuen und neugierigen Menschen gebracht! Soweit ich das sagen kann, waren die Fragen und Gespräche von großem Interesse erfüllt und haben allen Beteiligten Lust auf mehr gemacht.

Allein beim letzten Treffen waren sechs Gäste anwesend, die – zugegebener Maßen nicht allein wegen der Versammlung – einen weiten Weg hinter sich hatten: Mainz, Schweiz und sogar Düsseldorf(!). Und nicht wenige haben Lust bekommen demnächst das Chanten für sich auszuprobieren.

Unsere Gruppenaktivitäten blühen ebenso. Die Idee, unsere planmäßige Gästeversammlung auf zwei Orte aufzuteilen, brachte sage und schreibe insgesamt 20 Leute zusammen. An einem Ort waren sogar mehr Gäste als Mitglieder. Wir werden jetzt sehen, wie wir weitermachen und über die nächsten Treffen informieren, sobald sie durchgeplant sind!

Die heutige Ermutigung von Präsident Ikeda (übersetzt von Yoshi Matsuno)

Die Hoffnung befindet sich im eigenen Herzen!
Das Leben ist, indem wir Nam Myoho Renge Kyo rezitieren, selbst der Juwelenstupa!
Gehen wir gemeinsam, einander ermutigend, vorwärts!

Mein Herz ist in Tohoku bei Ihnen allen, die mir so lieb und teuer sind. Das Ausmaß der Zerstörung ist wirklich riesig und bereitet uns allen viel Kummer. Noch einmal sende ich Ihnen mein tiefstes Beileid.
Mitten in dieser unvorstellbaren Verwüstung geben Sie Ihr Äußerstes mit dem selbstlosen Geist von Bodhisattvas und mit dem Mut, dem Mitgefühl und der Weisheit von Buddhas.
Sie ermutigen und unterstützen Ihre Mitmenschen und helfen vielen anderen in den betroffenen Gebieten.
Mein Mentor Josei Toda, der zweite Präsident der Soka Gakkai, hegte eine anhaltend tiefe Sympathie für die Tohoku-Region. Oft sagte er:

„Der wahre Wert eines Menschen offenbart sich dann, wenn es hart auf hart kommt. Auf die Leute in Tohoku kannst du dich immer verlassen, wenn es ernst wird.“

Und genau so ist es auch jetzt. Ich denke an Sie, unsere Mitglieder in Tohoku. Ich möchte Ihnen sagen, wie groß mein Respekt ist vor Ihren unglaublichen Mühen und Kämpfen, die Sie jetzt durchfechten.
Beim Gedanken an Ihre wundervolle Aufrichtigkeit, Ihre Freundlichkeit, Ihre Ehrlichkeit, an Ihre Beharrlichkeit kann ich nicht die Tränen der Rührung zurückhalten und mein Herz ist tief bewegt.
In einem Brief an eine Anhängerin, die einen geliebten Angehörigen verloren hatte, schreibt Nichiren Daishonin:

„Wer das Lotos-Sutra annimmt, wird herausfinden, dass die Hölle selbst das erleuchtete Land ist.“i (DG 2, 222) Diejenigen, die Nam-Myoho-Renge-Kyo chanten und in Übereinstimmung mit dem Mystischen Gesetz leben, können selbst dann unbezwingbar bleiben, wenn ihnen schmerzlichstes Leid widerfährt, denn in ihrem Innern lebt der unzerstörbare Zustand der Buddhaschaft.

weiter lesen

Basierend auf dem Gosho-Zitat „Myo bedeute wiederbeleben, zum Leben zurückzukehren „(WND 1, 149):

„Wer auf der Basis dieses Glaubens lebt kann, unter allen Umständen und egal wo, von Da aus immer neuen Anfang machen. Wir können von Jetzt an unbegrenzte Zukunft der Hoffnung öffnen. Wir können unsere Herzen  und unsere Umgebung wiederbeleben und das Glück für sich und anderen, ohne Zweifel, verwirklichen. Dafür ist der Buddhismus!“

Botschaft von SGI-Präsident (Übersetzt aus dem Englischen)

mfg yoshi Matsuno

Hilfsaktionen der Soka Gakkai, Botschaft vom SGI-Präsident

Die Soka Gakkai hat in ihrem Tokioter Hauptgebäude ein zentrales Notfall-Koordinationszentrum eingerichtet. Von dort koordiniert sie die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Zentren, die von der Soka Gakkai in den betroffenen Gebieten eingerichtet worden sind – um Informationen zu sammeln, Kontakt mit den Menschen in den betroffenen Gebieten zu halten und Hilfsaktionen durchzuführen.
Soka-Gakkai-Mitglieder besuchen immer wieder die zugänglichen Gebiete, um herauszufinden, wo einzelne Menschen geblieben sind, um Unterstützung anzubieten und jenen, die Schutz brauchen, bei der Suche nach Unterkünften zu helfen.
Die Soka-Gakkai-Gemeindezentren in der betroffenen Region wurden als Notunterkünfte und Versorgungszentren für alle Einwohner geöffnet, unter anderem auch sieben Zentren in der am schlimmsten betroffenen Präfektur Miyagi, in der sich die Stadt Sendai befindet.
Das Tohoku Kulturzentrum der Soka Gakkai in Sendai ist nun das regionale Notfall-Koordinationszentrum für die Hilfsaktionen der Organisation. Etwa 600 Menschen verbrachten dort die Nacht am 11. März und um 6:30h am nächsten Morgen wurde von Freiwilligen, die die ganze Nacht durchgearbeitet hatten, Frühstück serviert. Snacks und Donuts wurden für die Kinder bereitgestellt.
Das Zentrum hat einen großen Parkplatz, den man der Feuerwehr zur Verfügung stellte. Zwanzig Löschfahrzeuge parken nun dort. Sie löschen weiterhin die Brände, die immer wieder auftreten.
Die Zentrale der Soka Gakkai, sowie Mitglieder in der Präfektur Yamagata und aus den Gebieten Shinetsu und Kansai entsendeten Lastwagen mit Hilfsgütern wie Wasser, Decken, Lebensmittel, Gaskocher und mobile Toiletten.

Jugendabteilungsmitglieder der Präfektur Yamagata an der Nordwestküste, in der es relativ wenig Schäden gibt, haben Lebensmittel und Getränke gesammelt, wie Bananen, Würste, Tee sowie Nahrungsmittelergänzungen und Medikamente – und brachten sie mit Lastwagen nach Sendai. Sie trafen um 2 Uhr morgens am 12. März nach vierstündiger Fahrt ein.
Herr Akihiko Morishima, regionaler Verantwortlicher der Soka Gakkai in der Präfektur Miyagi, sagte: „Wir sind so dankbar für die Ermutigung und die Unterstützung, die wir aus ganz Japan und von der ganzen Welt erhalten. Nun bemühen wir uns um die Rettung der Überlebenden. Wir sind stolz hier auf unseren „unbezwingbaren Geist“, also egal was kommen mag, wir geben uns nicht geschlagen. Wir stecken unsere gesamte Energie in das Verändern dieser schrecklichen Situation.“

Am 12. März wurde eine Botschaft des SGI-Präsidenten Daisaku Ikeda in der Tageszeitung der Soka Gakkai veröffentlicht:

Mein tiefstes Mitgefühl und meine Unterstützung gehen an all jene, deren Leben durch das starke Erdbeben betroffen ist, das Nordostjapan am 11. März 2011 erschütterte. Meine Frau Kaneko und ich schicken kraftvolles Daimoku zu Ihnen, meine geschätzten Freunde, so dass Sie den eindeutige und völlig gewissen Schutz des Buddha und der buddhistischen Götter erfahren. Wie Nichiren erklärt:

„Myo bedeutet wiederbeleben, zum Leben zurückzukehren.“ (WND 1, 149)nun ist es an der Zeit, die unbezwingbare Kraft von Glaube und Ausübung hervorzubringen, um die grenzenlose Kraft des Buddha und des Gesetzes zu manifestieren, während wir zusammen dieses große Leid, diese große Prüfung, in Wert zu verändern trachten. Aus tiefem Herzen sende ich mein Mitgefühl an alle Betroffenen.“

Aus einem Artikel der Seikyo Shimbun, Ausgabe 11. März 2011, redaktionell überarbeitet.

Um dieses elementare und spannende Thema ging es in unserem Studium am 2.3. .
Wir haben das Studium unter “Studienmaterialien” für alle Interessierten bereit gestellt. (Mancher hat es nicht rechtzeitig geschafft und andere möchten sich vielleicht noch einmal mit dem Thema auseinandersetzen)

Schon der kleine Prinz sagte: “Man sieht nur mit dem Herzen gut.”

Viel Spaß beim Lesen !

> zum Studium

Junge Menschen dürfen nicht halbherzig sein. Weil du ein Mensch bist, hast du Schwierigkeiten. Nimm deinen Mut zusammen und kämpfe gegen sie an.

Behalte deine Probleme aber nicht nur für dich. Wenn du mit erfahrenen Mitgliedern sprichst, kannst du ihre Vorschläge als Hilfe nutzen, eine Lösung zu finden.

(aus “Tägliche Führung 2001″, Daisaku Ikeda, S. 94)